Beyond [her] Lab 2.0: Wenn Forschung auf Unternehmertum trifft

Wie wird aus wissenschaftlicher Erkenntnis gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Mehrwert?

Genau dieser Frage widmete sich die zweite Ausgabe von Beyond [her] Lab, einem zweitägigen Bootcamp für ambitionierte Forscherinnen, Doktorandinnen und Masterstudentinnen aus ganz Österreich.

Unter dem Motto “Turning Research into Impact” kamen 24 Forscherinnen zusammen, um neue Perspektiven auf ihre Forschung zu gewinnen und zu entdecken, wie unternehmerisches Denken dabei helfen kann, wissenschaftliche Ideen in die Praxis zu bringen. Die zentrale Botschaft: Der Weg von der Wissensgenerierung zur Wertschöpfung beginnt mit einem Perspektivenwechsel.

Zwei Tage, voller neuer Perspektiven

Bereits am ersten Tag wurde deutlich, worum es bei Beyond [her] Lab geht: Forschung nicht nur aus wissenschaftlicher Sicht zu betrachten, sondern auch durch die Brille von Nutzer:innen, gesellschaftlichen Herausforderungen und Marktpotenzialen.

In interaktiven Workshops beschäftigten sich die Teilnehmerinnen mit Themen wie: Geschäftsmöglichkeiten und Marktpotenzialen, Problemverständnis und Nutzer:innenbedürfnissen sowie Forschung als Lösungsansatz für reale Herausforderungen

Begleitet wurden sie dabei von, Expert:innen und Gründungscoaches sowie Gründerinnen, die ihre eigenen Erfahrungen auf dem Weg vom Labor in die unternehmerische Praxis teilten.

Ein besonderes Highlight war der Beitrag von Corinna Wallinger, Mitgründerin von Sinsoma GmbH. Mit ihrer klaren Botschaft machte sie den Teilnehmerinnen Mut, selbstbewusst für ihre Ideen einzustehen:

„You can make it. And you know it. And you can also say you’ll make it. Don’t. Be. Modest. No space for false modesty here.“

 

Forschung neu Denken

Der zweite Tag stand unter dem Motto “Challenge your Results”. Durch interdisziplinärem Austausch wurden Forschungsprojekte aus neuen Blickwinkeln betrachtet. Die Teilnehmerinnen hinterfragten bestehende Annahmen, entwickelten alternative Anwendungsmöglichkeiten und entdeckten neues Potenzial in ihren Forschungsergebnissen.

Ergänzt wurde das Programm durch praxisnahe Expert:innen Inputs zu: Geistigem Eigentum und Patenten sowie Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten

Für wertvolle Einblicke in die Förderlandschaft sorgte Cornelia Habacher von Austria Wirtschaftsservice (aws), die den Teilnehmerinnen einen Überblick über Unterstützungsangebote sowie hilfreiche Tipps für die Finanzierung innovativer Projekte gab.

„Es war beeindruckend zu sehen, mit welcher Leidenschaft und inhaltlicher Tiefe hier an zukunftsweisenden Themen gearbeitet wird“, so aws-Expertin und Inputgeberin Cornelia Habacher. „Der Austausch war offen, energiegeladen und gleichzeitig sehr reflektiert. Genau solche Räume sind entscheidend, um das unternehmerische Potenzial von Forschung sichtbar zu machen.“ Dabei wird besonders betont: Sichtbarkeit ist kein optionaler Schritt, sondern ein entscheidender Bestandteil von Innovation.

Darüber hinaus waren Harald Jenull (AAU Technology Transfer Office), Karin McQuillian (MedLifeLab Innovation Hub) und Dorothea Schmelzer (Privaten Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik) Teil der Veranstaltung und gaben auch ihr Wissen an die Teilnehmerinnen weiter.

Vom Forschen zum Gründen

Ein weiterer Höhepunkt war die Keynote von Natascha Fürst, CEO von Female Founders. In ihrem persönlichen Erfahrungsbericht sprach sie über ihren eigenen unternehmerischen Weg und die Bedeutung von Diversität im Innovationssystem.

Dass Unternehmertum nicht mit einem perfekten Plan, sondern Neugierde und Mut startet vermittelt sie den Teilnehmerinnen:

„You do not need to feel like a founder to start acting like one.“

 

Ein Netzwerk für zukünftige Gründerinnen

Neben den Workshops und Vorträgen bot Beyond [her] Lab vor allem Raum für Austausch, gegenseitige Unterstützung und neue Verbindungen. Die Teilnehmerinnen trafen auf Gleichgesinnte, die ähnliche Herausforderungen und Ambitionen teilen, und knüpften Kontakte, die weit über die zwei Veranstaltungstage hinaus bestehen bleiben.

Die Energie, Offenheit und das enorme Innovationspotenzial der Teilnehmerinnen machten einmal mehr deutlich, wie wichtig gezielte Unterstützung für Frauen in Forschung und Entrepreneurship ist.

Ein Schritt in Richtung Zukunft

Beyond [her] Lab zeigt, dass wissenschaftliche Exzellenz und unternehmerisches Denken kein Widerspruch sind. Im Gegenteil: Wenn Forscherinnen ihre Expertise mit unternehmerischen Methoden verbinden, entstehen neue Lösungen für die Herausforderungen von morgen.

Die zwei intensiven Tage haben nicht nur Wissen vermittelt, sondern vor allem eines geschaffen: Mut, die eigene Forschung neu zu denken, Chancen zu erkennen und den nächsten Schritt zu gehen.

 

Beyond [her] Lab 2.0 [Infobox]
Was? Bootcamp für Forscherinnen an der Schnittstelle von Wissenschaft und Entrepreneurship
Wann? 25-26 Juni 2026
Wo? Innsbruck
Wer? Forscherinnen, PhD-Studierende und Masterstudentinnen aus ganz Österreich
Schwerpunkte: Business Opportunities, Problem Understanding, Intellectual Property, Funding & Financing, Entrepreneurial Mindset
Highlights: Keynotes von Corinna Wallinger (Sinsoma GmbH) und Natascha Fürst (Female Founders)
Initiiert von: AplusB Gründungszentren South West (Startup.Tirol, Startup Salzburg, build!, InnCubator, Startup Vorarlberg, FHV)
In Kooperation mit: tech2b, INiTS, StartUp Burgenland, accent Inkubator GmbH und Science Park Graz
Unterstützt von: Austria Wirtschaftsservice (aws), Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur sowie AplusB Austria’s Tech Startup Incubator Network.